• Natalie

Achtsam at Work: Mach mal weniger auf einmal.

Aktualisiert: März 20

Der Arbeitsplatz - der wahrscheinlich beste Ort, um Achtsamkeit zu trainieren. Warum? Naja ... Hier bräuchten viele von uns es am dringendsten. Denn wir tendieren dazu, die meisten Dinge im Autopiloten - unbewusst, schnell und routiniert - zu erledigen. Wir denken viel zu selten mal darüber nach, wie es uns jetzt gerade in diesem Moment geht ("Keine Zeit!"). Wir sind permanent damit beschäftigt zu bewerten und zu vergleichen. Und: die anderen Kollegen sind eine tolle "Übungsfläche" für Achtsamkeit im Umgang mit anderen. :-)


Warum ist das so?


Part I - Multi- versus Mono-Tasking


Stichwort Multitasking! Wir schreiben eine Mail, telefonieren dabei, zwei Dokumente weiter machen wir die Dateien für die Chefin fertig, dann kommt ein Kollege rein und will irgendwas - ja ja, kennt man. Kein Problem. Ist es oft auch nicht. Wir wuppen das alles sehr professionell. Aber, auch wenn wir es nicht oft merken, Multitasking ist - wissenschaftlich bestätigt - der schlechteste Weg, mit der eh schon vorhandenen Informationsflut umzugehen.


Denn dazu kommt ja unser Smartphone, das am liebsten alle paar Minuten Aufmerksamkeit will. Smartphone so: " Ouhh, yay, touch mich, hab mich lieb, guck mal eine WhatsApp von Schatzi, oh ein neuer Facebook-Like, juhu! Juhu! Guck mal, Hallo hier bin ich".


So tendieren wir dazu viele Dinge unbewusst zu machen, uns selbst zu überlasten und vom gegenwärtigen Moment immer wieder abzuschweifen. Wir verschenken Achtsamkeits-Energie.


Werde dir in allen Situationen darüber bewusst, wie viele Dinge du gleichzeitig tust – und trainiere dich ganz bewusst in Mono-Tasking.


Mono-Tasking ist eine gute Idee. Aber auch eine echte Challenge: Wenn du eine E-Mail schreibst, schreib die E-Mail. Nur das. Sei für die E-Mail da, als wär sie jetzt gerade das Wichtigste, das es gäbe. Wenn du ans Telefon gehst, sei nur für den Menschen am anderen Ende der Leitung da. Es wird dir unter Umständen schwerer fallen, als du jetzt gerade denkst. :-)


(Lieb gemeinte Randnotiz: wenn der Chef kommt und irgendwas braucht, bietet es sich meist an die Aufgabe achtsam zu switchen. ;))


"Mach mal weniger" klingt erstmal nach "geht nicht, dann schaffe ich ja auch weniger". Oft ist das aber gar nicht der Fall. Das Phänomen effizienter durch Verlangsamung gibt es tatsächlich. Denn das, was du dann konzentriert tust, ohne zig andere Baustellen, gelingt oft schneller und fokussierter.


Thema E-Mails. Unser Gehirn liiiiebt sie. Denn mit jeder Mail - mit jedem Ping - wird erstmal unser Belohnungszentrum im Gehirn angesprochen. ("Jemand denkt an mich; jemand braucht mich; ich bin wichtig; juhu"). Oft kommen wir bei der Arbeit an, setzen uns hin. Zack! Erstmal Mailprogramm öffnen. Machen ja alle so. Meist ist da zwar nichts Wichtiges, aber "könnte ja was Wichtiges sein". Und dann nutzen wir die effizienteste und frischeste Zeit des Tages dafür, Mails zu sortieren. Zu löschen. Zu beantworten. Ehrlich gesagt, könnte man diese Zeit des Tages für anspruchsvollere Aufgaben nutzen. Und später am Tag, wenn man eh das altbekannte Mittagstief hat, in Ruhe Mails checken.


Vielleicht gibt es auch bei dir Potential, wie du deine Ressourcen besser verteilen kannst. Beobachte mal deine automatisierten Arbeitsabläufe und werd dir darüber bewusst, was du wann, wie oft, warum machst.


Und: Nutze auch kleine Mono-Tasking Pausen für dich und deine mentalen Ressourcen. Wenn du zum Beispiel in die Küche gehst, um dir einen Tee zu kochen, mach mal nur das. Lass dein Smartphone mal am Arbeitsplatz. Gehe die Schritte bis zur Küche ganz bewusst. Bleibe bei dir und deinem Atem. Bleibe dann einfach nur beim Teekocher stehen und nutze die Minuten für eine kurze Break. Wie geht's mir gerade? Wo sind meine Gedanken? Wie fühlt sich mein Körper an? Oft sind wir so hibbelig, dass wir den Teekocher nicht mal zu enden kochen lassen. Lerne solche kleinen Momente als wertvolle Zeit im stressigen Arbeitstag einzubauen.


Achtsamkeit-Lifehacks für deinen Arbeitstag


Scanne morgens, wenn du das Haus verlässt, und abends, wenn du nach Hause kommst, den Himmel. Welche Nuancen hat er? Wie fühlt sich die Luft an?


Wenn du bei der Arbeit ankommst, nimm einige bewusste Atemzüge. Nutze dies als Zeit für dich, um anzukommen und dich auf den Arbeitstag vorzubereiten.


In Situationen, in denen du dich unwohl oder gestresst fühlst, frage dich bewusst: was passiert gerade in meinen Gedanken? Wie geht es mir körperlich? Wenn möglich, gehe ein paar achtsame Schritte. Atme ein und atme aus. Fokussiere dich nur hierauf bis du dich besser fühlst.


Mache Digital-Detox-Pausen. Wenn du Mittagspause machst, lass das Handy am Arbeitsplatz. Gehe raus an die frische Luft und nimm deine Umgebung wahr.

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